Core Web Vitals sind drei Messwerte, mit denen Google die Nutzererfahrung einer Webseite bewertet: Largest Contentful Paint (LCP) für die Ladegeschwindigkeit, Interaction to Next Paint (INP) für die Reaktionsfähigkeit und Cumulative Layout Shift (CLS) für die visuelle Stabilität. Google misst sie am 75. Perzentil realer Nutzerdaten und berücksichtigt sie als einen von mehreren Rankingfaktoren.
Was sind Core Web Vitals?
Core Web Vitals sind Teil von Googles Page-Experience-Signalen, die seit Juni 2021 in die Suchbewertung einfließen. Sie ergänzen klassische Rankingfaktoren wie Inhalt und Backlinks um eine technische Komponente: Wie schnell lädt eine Seite, wie schnell reagiert sie auf Klicks und Eingaben, und wie ruhig bleibt das Layout während des Ladens?
Ursprünglich bestand das Set aus drei Werten: LCP, First Input Delay (FID) und CLS. Am 12. März 2024 ersetzte Google FID durch Interaction to Next Paint (INP), weil FID nur die erste Interaktion auf einer Seite misst und damit wenig über die tatsächliche Reaktionsfähigkeit aussagt. INP erfasst dagegen jede Interaktion während des gesamten Seitenbesuchs und bewertet die langsamste davon am 75. Perzentil.
Für Handwerksbetriebe und kleine Unternehmen sind Core Web Vitals vor allem deshalb relevant, weil eine langsame oder ruckelige Website Besucher kostet, bevor sie überhaupt das Angebot lesen. Ob die Werte zusätzlich das Google-Ranking beeinflussen, hängt von der Wettbewerbssituation ab.
Die drei Core Web Vitals im Überblick
| Metrik | Was wird gemessen | Gut | Verbesserungsbedürftig | Schlecht |
|---|---|---|---|---|
| LCP (Largest Contentful Paint) | Zeit bis zum größten sichtbaren Element (meist Hero-Bild oder Überschrift) | < 2,5 s | 2,5–4,0 s | > 4,0 s |
| INP (Interaction to Next Paint) | Zeit von einer Nutzerinteraktion bis zur sichtbaren Reaktion | < 200 ms | 200–500 ms | > 500 ms |
| CLS (Cumulative Layout Shift) | Summe unerwarteter Layoutverschiebungen während des Seitenaufbaus | < 0,1 | 0,1–0,25 | > 0,25 |
Eine Seite gilt nur dann insgesamt als „gut“ bewertet, wenn alle drei Werte gleichzeitig im grünen Bereich liegen. Ein guter LCP-Wert reicht nicht, wenn INP oder CLS im roten Bereich liegen.
Wie bewertet Google die Core Web Vitals?
Google nutzt für die Bewertung Felddaten aus dem Chrome User Experience Report (CrUX), also echte Messwerte aus den Chrome-Browsern realer Besucher, keine Laborsimulation. Bewertet wird das 75. Perzentil: Mindestens 75 Prozent der Seitenaufrufe müssen den „guten“ Schwellenwert erreichen, damit eine URL oder URL-Gruppe als bestanden gilt.
Die Daten stammen aus einem rollierenden 28-Tage-Fenster. Änderungen an einer Website wirken sich deshalb erst nach einigen Wochen sichtbar in der Google Search Console aus. Tools wie Lighthouse oder die Labordaten in PageSpeed Insights simulieren Werte unter Testbedingungen und liefern sofort ein Ergebnis. Für das Ranking zählen jedoch ausschließlich die CrUX-Felddaten aus echten Besuchen.
Core Web Vitals und SEO – Rankingfaktor oder nicht?
Core Web Vitals sind seit dem Page Experience Update 2021 ein offizieller Bestandteil der Google-Rankingsysteme. Google selbst stuft sie als eines von vielen Signalen ein, nicht als dominanten Faktor: Inhalt und Relevanz wiegen deutlich schwerer. Bei zwei Seiten mit ähnlicher inhaltlicher Qualität kann die Page Experience jedoch den Ausschlag geben.
Laut dem HTTP Archive Web Almanac 2024 bestanden im Jahr 2024 nur rund 43 Prozent der mobilen Websites alle drei Core-Web-Vitals-Schwellenwerte gleichzeitig, auf Desktop waren es etwa 54 Prozent. Wer hier solide aufgestellt ist, hat gegenüber einem relevanten Teil der Konkurrenz bereits einen Vorteil.
Core Web Vitals 2026 – aktuelle Lage
Die Schwellenwerte für LCP, INP und CLS sind seit dem INP-Wechsel im März 2024 unverändert. Verändert hat sich die Schwierigkeit, sie zu erreichen: INP gilt branchenübergreifend als der Wert, an dem die meisten Websites scheitern, weil er JavaScript-lastige Interaktionen wie Filter, Formulare oder Mega-Menüs direkt sichtbar macht.
Google veröffentlicht mehrmals im Jahr sogenannte Core Updates, die die Bewertung von Inhalten und teilweise auch technischen Signalen anpassen. Aktuelle Termine und der Rollout-Status lassen sich im Search Status Dashboard von Google nachvollziehen. Wer seine Werte einmal eingerichtet hat, sollte sie nach größeren Website-Änderungen (neues Theme, neue Bildergalerie, neuer Cookie-Banner) erneut prüfen, da einzelne Elemente CLS und INP schnell wieder verschlechtern können.
Core Web Vitals messen – Tools im Überblick
| Tool | Datentyp | Eignung |
|---|---|---|
| Google PageSpeed Insights | Feld- + Labordaten | Schnelle Einzelseitenprüfung, kostenlos |
| Google Search Console | Felddaten (CrUX), nach URL-Gruppen gebündelt | Überblick über alle indexierten Seiten |
| Chrome UX Report (CrUX) | Felddaten, Rohdaten/API | Eigene Auswertungen, historische Trends |
| Lighthouse (Chrome DevTools) | Labordaten | Debugging während der Entwicklung |
Für die Ranking-Bewertung zählen ausschließlich Felddaten. Lighthouse-Werte sind beim Debuggen hilfreich, sagen aber nichts darüber aus, was echte Besucher tatsächlich erleben.
Core Web Vitals vs. PageSpeed-Score – wo liegt der Unterschied?
| Merkmal | Core Web Vitals | PageSpeed-/Lighthouse-Score |
|---|---|---|
| Datengrundlage | Echte Nutzerdaten (CrUX, Feld) | Simulierte Labordaten |
| Ausgabe | LCP, INP, CLS einzeln mit Status gut/mittel/schlecht | Ein Gesamtwert von 0–100 |
| Rankingrelevanz | Direkt in Googles Page-Experience-Signale einbezogen | Kein direkter Rankingfaktor, dient als Diagnosewert |
| Aktualität | Rollierendes 28-Tage-Fenster | Sofort bei jedem Test |
Ein PageSpeed-Score von 95 garantiert keine guten Core Web Vitals und umgekehrt. Beide Werte stammen aus unterschiedlichen Messverfahren und sollten gemeinsam betrachtet werden.
Core Web Vitals verbessern – in 5 Schritten zu besseren Werten
Schritt-für-Schritt-Anleitung, um Largest Contentful Paint, Interaction to Next Paint und Cumulative Layout Shift einer Website zu verbessern.
- Ausgangswerte ermitteln:
Aktuelle Werte in der Google Search Console (Bericht „Core Web Vitals“) und in PageSpeed Insights für die wichtigsten Seiten (Startseite, Leistungsseiten, Kontaktseite) prüfen und Problemseiten notieren.
- Ladegeschwindigkeit verbessern (LCP):
Bilder komprimieren und in modernen Formaten wie WebP ausliefern, das größte sichtbare Element vorladen (Preload) und die Serverantwortzeit prüfen, etwa durch Caching oder schnelleres Hosting.
- Layout stabilisieren (CLS):
Feste Breiten- und Höhenangaben für Bilder, Videos und Werbeflächen setzen sowie Platz für nachladende Elemente wie Cookie-Banner oder Bewertungs-Widgets von Anfang an reservieren.
- Reaktionsfähigkeit erhöhen (INP):
Unnötiges JavaScript entfernen oder verzögert laden, lange Aufgaben im Hauptthread aufteilen und Skripte von Drittanbietern wie Tracking- oder Chat-Tools auf ihre Notwendigkeit prüfen.
- Werte über mehrere Wochen beobachten:
Nach den Anpassungen mindestens 28 Tage warten, bis genügend neue Felddaten vorliegen, und den Fortschritt in der Search Console und in PageSpeed Insights erneut prüfen.
Häufige Fragen zu Core Web Vitals
Die drei Core Web Vitals sind Largest Contentful Paint (LCP) für die Ladegeschwindigkeit, Interaction to Next Paint (INP) für die Reaktionsfähigkeit und Cumulative Layout Shift (CLS) für die visuelle Stabilität einer Webseite.
Als „gut“ gelten ein LCP unter 2,5 Sekunden, ein INP unter 200 Millisekunden und ein CLS unter 0,1 – jeweils gemessen am 75. Perzentil realer Nutzerdaten.
Ja, Core Web Vitals sind seit dem Page Experience Update 2021 Teil der Google-Rankingsysteme. Sie wiegen jedoch weniger als Inhalt und Relevanz und wirken vor allem als Tiebreaker zwischen inhaltlich ähnlich starken Seiten.
Kostenlos lassen sich Core Web Vitals über Google PageSpeed Insights für einzelne URLs und über die Google Search Console für alle indexierten Seiten einer Domain prüfen.
Am 12. März 2024 ersetzte Google den First Input Delay (FID) durch Interaction to Next Paint (INP), weil INP alle Interaktionen während eines Seitenbesuchs erfasst und nicht nur die erste.
Da Google für die Bewertung ein rollierendes 28-Tage-Fenster aus Felddaten nutzt, werden Verbesserungen meist erst nach drei bis vier Wochen vollständig in der Search Console sichtbar.
Quellen
- Core Web Vitals und Google-Suchergebnisse verstehen – Google Search Central, 2025
- Interaction to Next Paint (INP) – web.dev (Google), 2024
- 2024 Web Almanac – Performance – HTTP Archive, 2024
- Wie Google-Core-Updates funktionieren – Google Search Central, 2025
Verwandte Begriffe im Glossar
- Suchmaschinenoptimierung
- Google Update
- SEO Check
- Webdesign
- Website erstellen lassen
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- SEO Tools