Ein A/B-Test vergleicht zwei Varianten einer Seite oder eines Elements, indem die Besucher zufällig auf Variante A oder B verteilt werden. Gemessen wird, welche Variante ein festgelegtes Ziel besser erreicht, etwa mehr Anfragen oder Klicks. So entscheiden Daten statt Bauchgefühl, ob eine Änderung wirklich hilft.
Wie funktioniert ein A/B-Test?
Die bestehende Seite ist Variante A, die geänderte Variante B. Ein Testwerkzeug teilt den Traffic auf, meist im Verhältnis 50:50, und erfasst für beide Gruppen dieselbe Kennzahl. Geändert wird möglichst nur ein Element, zum Beispiel die Überschrift, der Text auf dem Button oder die Länge eines Formulars. Nur dann lässt sich der Unterschied eindeutig dieser Änderung zuordnen. Tests mit mehreren gleichzeitig veränderten Elementen heißen multivariate Tests und brauchen deutlich mehr Besucher.
Ablauf in 5 Schritten
- Problem finden: Mit Analytics, Heatmaps oder Nutzerfeedback eine Seite mit Potenzial bestimmen.
- Hypothese formulieren: „Wenn wir das Formular von 8 auf 4 Felder kürzen, steigen die Anfragen, weil der Aufwand sinkt.“
- Variante bauen und Ziel festlegen: eine messbare Kennzahl, zum Beispiel abgeschickte Formulare.
- Test laufen lassen: mindestens ein bis zwei volle Wochen, damit Wochentage gleich verteilt sind, und bis genug Conversions gesammelt sind.
- Auswerten und umsetzen: Ist der Unterschied statistisch belastbar, wird die bessere Variante übernommen, sonst bleibt alles beim Alten.
Wann ist ein Ergebnis belastbar?
Kleine Unterschiede bei wenig Traffic sind oft Zufall. Testwerkzeuge geben deshalb eine statistische Sicherheit an; üblich ist ein Signifikanzniveau von 95 Prozent. Für Websites mit wenigen hundert Besuchern im Monat dauern aussagekräftige Tests oft zu lange. Dort bringen eine gründliche Analyse der wichtigsten Seiten und Nutzertests meist mehr als A/B-Tests.
A/B-Tests und SEO
Google erlaubt Tests, solange Suchmaschinen und Besucher fair behandelt werden (Google Search Central):
- Kein Cloaking: Der Googlebot darf nicht gezielt eine andere Variante sehen als Besucher.
- Bei Tests mit eigenen URLs für jede Variante auf die Original-URL per Canonical Tag verweisen.
- Für Umleitungen zur Testvariante eine vorübergehende Weiterleitung (302) nutzen, keine 301.
- Den Test nur so lange laufen lassen wie nötig und danach die Gewinner-Variante fest einbauen.
Häufige Fragen zum A/B-Test
Welche Tools eignen sich für A/B-Tests?
Verbreitet sind spezialisierte Werkzeuge wie VWO, AB Tasty oder Optimizely. Google Optimize wurde im September 2023 eingestellt. Für WordPress gibt es zudem Plugins mit einfachen Testfunktionen.
Was sollte man zuerst testen?
Elemente mit direktem Einfluss auf die Anfrage: Überschrift, Hauptbutton, Formular und die ersten Sätze einer Leistungsseite. Kleine Designdetails bringen selten messbare Unterschiede.
Ist ein A/B-Test dasselbe wie Conversion Rate Optimierung?
Nein. Der A/B-Test ist eine Methode innerhalb der Conversion Rate Optimierung. CRO umfasst auch Analyse, Hypothesen und Umsetzung.
Quellen
- Website-Tests und die Google Suche – Google Search Central
- Einstellung von Google Optimize – Google Analytics-Hilfe
Verwandte Begriffe im Glossar
Weiterführende Leistungsseiten
Zum Ratgeber: Conversion Rate: Definition, Formel, Beispiele






